Valencia: „Hätte Yuriy schlagen müssen”
Samstag, 13. Februar 2010 20:28
Er suchte die Konkurrenz der besten 800-Meter-Läufer der Welt und wurde belohnt: Robin Schembera (TSV Bayer 04 Leverkusen) pulverisierte beim IAAF-Meeting in Valencia seine Hallenbestzeit. Zwar war er nicht ganz so schnell unterwegs wie die Jachten beim traditionellen America’s Cup - der Segelwettbewerb der Hightech-Boote um die älteste Sporttrophäe der Welt - vor der Küste Valencias. Dafür steigerte der Deutsche Meister seinen Hausrekord als Dritter um ansehnliche 0,90 Sekunden auf starke 1:46,66 Minuten. Nur Athen-Olympiasieger Yuriy Borzakovskiy (Russland; 1:46,54) und der U23-Europameister des Vorjahrs, Adam Kszczot (Polen; 1:46,61), erreichten vor Schembera das Ziel.
Trotz der Spitzenzeit war der 21-Jährige nicht komplett zufrieden. Denn Schembera wusste, dass er in seinem dritten Rennen gegen „Spurt-König” Borzakovskiy den ersten Sieg hätte feiern können. „Ich habe einen taktischen Fehler gemacht. Eingangs der letzten Kurve lag ich auf Platz drei hinter einem Spanier und einem Kenianer. Als sie langsamer wurden, wollte ich noch ein bisschen abwarten. Dann kamen aber außen Yuriy Borzakovskiy und Adam Kszczot vorbei. So war ich eingekeilt und konnte auf der Zielgeraden nicht mehr vorbeikommen”, analysierte Schembera das bislang schnellste Hallenrennen seiner Karriere und ergänzte: „Auch wenn es vermessen klingt: Ich habe den Sieg verschenkt, ich hätte gegen Yuriy gewinnen müssen.”
Obwohl der Leverkusener damit locker die Norm von 1:47,20 Minuten für die Hallen-WM in Doha (Katar; 12.-14. März) unterbot, sehen Schemberas Planungen keinen Start in der Wüste vor. Lieber will er zeitnah in die Vorbereitung für die Europameisterschaft Ende Juli in Barcelona starten. Seine letzten Hallenrennen in diesem Winter werden daher die Deutschen Meisterschaften in zwei Wochen in Karlsruhe sein. „2008 bin ich erstmals Deutscher Hallenmeister geworden, 2009 musste ich krank passen. Darum will ich mir in Karlsruhe den Titel unbedingt zurückholen”, schaut Schembera selbstbewusst nach vorn. Das kann er auch. Denn ohne Zweifel muss sich die nationale Konkurrenz etwas Besonderes einfallen lassen, um den Leverkusener DM-Gold streitig zu machen.
Thema: News | Kommentare (0) | Autor: mbn