Europacup: Vierter im kontinentalen Taktik-Poker
Sonntag, 22. Juni 2008 17:47
Nein. Zufrieden war Robin Schembera nach seinem Europacup-Auftritt in Annecy nicht. Bis wenige Meter vor dem Ziel des 800-Meter-Rennens führte der 19 Jahre alte Mittelstreckler vom TSV Bayer 04 Leverkusen das Rennen an. Doch am Ende musste sich Schembera mit 1:50,23 Minuten, Rang vier und fünf Punkten fürs DLV-Team, das in der Endabrechnung mit 95 Zählern auf Rang vier landete, begnügen.
„Letztlich war es nicht so toll. Ich hatte den dritten Platz vom Europacup in München im Kopf. Vielleicht habe ich das Tempo zu früh gesteigert“, sagte Schembera, der nach rund 600 Metern die Spitze übernahm und einen langen Spurt anzog. Am Ende setzte sich aber doch mit Manuel Olmedo (Spanien, 1:49,98 Minuten) der Favorit und nicht der Youngster durch. Knapp vor Schembera liefen auch der Pole Marcin Lewandowski (1:50,13) und der Russe Juri Koldin (1:50,17) ins Ziel.
Nun gilt Schemberas volle Konzentration der Norm für die Olympischen Spiele. Noch fehlen dem Schüler 0,71 Sekunden zur geforderten Zeit von 1:45,50 Minuten. Mit dem Meeting in Biberach, den Deutschen Meisterschaften in Nürnberg und dem gut besetzten Meeting im belgischen Heusden bleiben ihm noch drei Anläufe Richtung Peking.
Trotz des doppelten vierten Platzes durfte Schembera eine Goldmedaille mit in die Heimat nehmen. Am Freitagabend wurden vor dem Beginn der Wettkämpfe in Annecy 13 deutschen Athleten, darunter auch der Mittelstreckler, nachträglich mit der Siegerplakette des Europacups 2007 in München ausgezeichnet. Frankreichs Sieg wurde annulliert, da ihr Hammerwerfer später des Dopings überführt wurde. Die erzielte Punkte wurden gestrichen und die deutsche Männermannschaft – zuvor punktgleich mit den Franzosen – zum Sieger erklärt. Schembera trug vergangenes Jahr mit Rang drei über 800 Meter und sechs wichtigen Punkten zum Sieg der deutschen Mannschaft bei.
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